SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder im Dialog – Gesundheitspolitik für den ländlichen Raum

 

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Dr. Daniela De Ridder lud zur Veranstaltung „Gesundheitspolitik für den ländlichen Raum“ nach Schüttorf ein. Rund 60 Interessierte folgten der Einladung De Ridders und diskutierten mit der Bundespolitikerin über notwendige Maßnahmen und Vorhaben für die zukünftige Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Besondere Relevanz hat das Thema für die Grafschaft Bentheim und das Emsland in Anbetracht des demografischen Wandels.

„Als Berichterstatterin für den Masterplan 2020 in der Medizin ist für mich klar, dass wir für ein gutes Leben und auch Altern im ländlichen Raum die nötigen Maßnahmen ergreifen müssen. Es gibt einen deutlich spürbaren Mangel, sowohl an Allgemeinmedizinerinnen als auch an Fachärzten - insbesondere in der Kinderheilkunde - , den wir dringend beheben müssen. Auch sind Auswirkungen der Versäumnisse auf kommunaler Ebene nun deutlich spürbar. Schließlich ist die Gesundheitsversorgung ein harter Standortfaktor für die Entscheidung, sich in einer bestimmten Region niederzulassen. Das ist zu lange deutlich unterschätzt worden. Daher muss die Gesundheitspolitik angesichts des demografischen Wandels zum einen die Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum ganz besonders für Ältere, chronisch Kranke und in ihrer Mobilität eingeschränkte Patienten sicherstellen, aber zugleich auch für junge Familien und Frauen eine gute Gesundheitsinfrastruktur sicherstellen“, erklärt Dr. Daniela De Ridder, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Mittelems.

De Ridder hob zudem hervor, dass es gemeinsamer Anstrengungen der Kommunen, des Landes und des Bundes bedarf, um zu einer nachhaltigen Lösung zu kommen. Für Ärztinnen und Ärzte ist die Gründung  einer Hausarztpraxis mit einem gewissen Risiko behaftet, da auch sie vom wirtschaftlichen Erfolg abhängig sind und dieser auch von der zukünftigen Bevölkerungsentwicklung abhängt. Zudem macht es für die Ärztinnen und Ärzte einen erheblichen Unterschied, ob sie eine Praxis alleine betreiben oder eine Gemeinschaftspraxis eröffnen – die Präferenz liegt eindeutig bei einem Gemeinschaftsmodell. Dies zeigt auch eine Studie des Hartmannbundes, die De Ridder bei der Veranstaltung hervorhob. Die mit dem GKV-Versorgungsstärkungsgesetz in dieser Legislaturperiode geschaffene Möglichkeit zur Gründung von Gesundheits- und Ärztezentren durch die Kommunen kann den Medizinerinnen und Medizinern in Teilen das Risiko abmildern. Noch fehlen dazu aber eingehende Erfahrungen.

„Wir haben in dieser Legislaturperiode einen wichtigen Schritt getan, um den Kommunen einen rechtlichen Rahmen zur Unterstützung der ärztlichen Versorgung in der Region zu geben. Hierzu muss die Politik jedoch weitere Initiative folgen lassen, damit die Attraktivität des Arztberufes auf dem Land erhöht wird und zugleich auch finanziell schwächere Kommunen nicht abgehängt werden. Hier möchte ich Hand in Hand mit Politik und Verwaltung vor Ort arbeiten, damit wir die Grafschaft Bentheim und das Emsland substanziell voran bringen können. Schließlich gehört eine gute Gesundheitsinfrastruktur zu einer wirtschaftlich prosperierenden und gemeinschaftlich starken Region, so De Ridder weiter.

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Dr. Daniela De Ridder referiert zur Gesundheitspolitik im ländlichen Raum

Um dem Ärztemangel entgegenzuwirken, wurde mit dem Masterplan 2020 in dieser Legislaturperiode auch bei der Reform des Medizinstudiums angesetzt. De Ridder ist dabei die zuständige Berichterstatterin für die SPD-Fraktion. Zu den Neuerungen gehört etwa der erweiterte Zugang zum Studium, der durch einen hohen Numerus Clausus bestimmt ist, aber inzwischen auch stärker die sozialen Kompetenzen bei den Bewerberinnen und Bewerbern als Zugangskriterium berücksichtigt. Jedoch ist die Reform nur bedingt geeignet, um dem Problem des Ärztemangels auf dem Land entgegenzuwirken: „Die Reform kommt sehr spät und die Kapazitäten wurden nicht substanziell erhöht. De Ridder äußert sich zudem kritisch über den Verhandlungsprozess der Reform, bei dem die zuständige Regierung leider vieles verschlafen hat. Es dauert nämlich in der Regel mindestens zehn Jahre vom Studienbeginn bis zur Niederlassung in einer Arztpraxis“, so De Ridder. Ärgerlich findet sie, dass die parlamentarischen Berichterstatterinnen der Fraktionen in den Entscheidungsprozess nicht angemessen eingebunden und angehört wurden.

Von der Möglichkeit der Länder zur Etablierung einer Landarztquote hält De Ridder indes wenig: „Wir können keinen Zwangsmechanismus für Medizinstudierende schaffen, bei denen eine Verpflichtung zur Niederlassung auf dem Land verlangt wird. Das ist rechtlich bedenklich und nicht zielführend. Vielmehr sollten die richtigen Anreize für junge Ärztinnen und Mediziner geschaffen werden, damit der Arztberuf auf dem Land attraktiver wird. Im Ergebnis des schwierigen Aushandlungsprozesses wird es darauf hinauslaufen, dass wir spätestens in der nächsten Legislaturperiode nachbessern müssen“, fordert De Ridder. De Ridder dankt den Bürgerinnen und Bürgern, Apothekerinnen und Apothekern sowie den engagierten Ärztinnen und Ärzten für ihr Interesse und ihr Engagement. Dabei betont sie, dass sie diesen dringenden Dialog auch nach der Bundestagswahl 2017 weiter aufrechterhalten und ausbauen will.

 

 


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